In den Strassen von Tel Aviv
Sorgfältig gestaltete Häuser und einfache Zementwürfel sind in der «weissen Stadt» von Tel Aviv gleichermassen dem Verfall ausgesetzt. Erste renovierte Gebäude und leer stehende Villen bilden ein einmaliges Ensemble. Ein Besuch in dem baukulturellen Erbe, das sich zu einem höchst dynamischen Lebensraum gewandelt hat.
St Gallen Ost – mehr als die Summe der Einzelnen
«Ort für Transit, Produktion, Einkauf oder Wohnen: Sankt Gallen Ost hat viele Seelen, je nach Nutzer. Die einst mal getrennten Dörfer von St. Fiden, Heiligkreuz und Krontal sind immer näher gewachsen, die Grenzen wurden verwischt. Das neu entstandene Stadtgebiet hat noch keinen Namen und die Aufzählung seiner Ortschaften reicht nicht mehr, um die aktuelle Situation zu definieren. Liegt hier eine neue Stadtidentität vor oder ist eine im Entstehen?»
Es war eine schwierige Identitätssuche, mit der Giulio Bettini mich betraute und mit einem einzelnen Spaziergang war diese Aufgabe auch nicht zu bewältigen. Es ist fraglich, ob dies als Architekturfotograf überhaupt möglich ist. Mit den erstellten Fotografien konnte ich jedoch Grundlagen für eine spannende Diskussion zu diesem Thema bieten. Sie zeigen meine Begegnungen mit architektonischen Situationen, die durch ihre Heterogenität fast wie im Lehrbuch die ständig wechselnden städtebaulichen Prinzipien aufzählen. Sie zeigen die Suche nach einer ständig wechselnden Definition von Einheit.
Als 1960 die von Oscar Niemayer geplante Stadt der Regierung übergeben wurde, waren rund 500 000 Bewohner vorgesehen. Fast 60 Jahre später ist die Einwohnerzahl auf mehr als das Sechsfache gestiegen. Trotzdem wirken die Strassen menschenleer. Bei einem Spaziergang entsteht daher ein Bild, das dem Eindruck vor 60 Jahren ähnelt. Fotogen setzt sich jeder Blickwinkel neu in Pose und bietet im Zusammenspiel der eleganten, gefällig inszenierten Gebäudeformen und -details attraktive Sujets für Bildkompositionen.
«Auch 60 Jahre nach dem Bau von Brasília strahlt die Stadt eine verblüffende Modernität aus. Die Kraft der skulpturalen Gebäude hat durch die Patina der Jahrzehnte eher noch an Ausdruck gewonnen. Der Architekt und Fotograf Philipp Funke hat die legendären Gebäude erkundet und zeigt seinen persönlichen Blick auf sie. Es scheint, als ob die Stadt und die Natur weiter auf Abstand zu den Gebäuden geblieben sind. In der flachen Landschaft zeichnen sich die einzelnen Baukörper abstrakt vor dem Himmel ab. Besonders bemerkenswert ist es, dass auch das Innere einzelner Häuser zu sehen ist. Auf ihren kargen Betonwänden entfaltet das gefilterte Tageslicht eine bestechende Wirkung.»
Luzern - Modell Stadt am Naturraum?
«Landschafts- und Stadtraum rücken in der Region Luzern immer näher. Sei es durch Infrastrukturbauten, Industrieareale, Wohnsiedlungen oder neue Quartiere - die Naturräume berühren die Stadt. Können diese zwei Elementen interagieren und spezifische Stadträume generieren? Kann der Rand der Stadt am Naturraum implementiert werden? Bietet dieses Modell Potenzial für die Verdichtung in der Schweiz?»
Für sein animata.ch Projekt beauftragte mich Giulio Bettini (penzisbettini.ch) mit einer fotografischen Auseinandersetzung zu diesem Thema. Die Suche nach formalästhetischen Momenten im architekturfotografischen Sinne öffnete mir die Augen und zeigten mir, mit welch unterschiedlichen Qualitäten diese Situationen von Architekten interpretiert wurden und werden. Die Bilder erzählen so unterschiedlichste Geschichten, teils traurig, teils ironisch, teils erhellend und motivierend.
Vom Kurort zur urbanen Freizeitarena
Tourismusdestinationen stehen unter einem vermeintlichen Wachstumszwang, damit der Gast bequem befördert werden und aus einem vielfältigen Programm auswählen kann. Wie verändert dies den alpinen Raum und die Baukultur?